1/01/2010

sie legte die jacke in einer ecke ab, und dachte nicht weiter darüber nach. schließlich traute sie den menschen im allgemeinen nichts böses zu, im gegenteil: sie versuchte, stets das gute vom leben und ihrem gegenüber zu erwarten. sie verbrachte die zeit so gut es ging mit anderen dingen. beschäftigte sich und wartete. sie schrieb sich das warten als einzunehmende haltung vor. selbst wenn sie zu diesem zeitpunkt einen sinn in jeglicher handlung ihrerseits gesehen hätte, so hätte sie doch nicht gewusst, was zu tun sei. einige dinge hat man halt nicht in der hand, sagte sie sich. sie versuchte, aufgeschlossen und freundlich zu sein, sie teilte, sie zeigte interesse. aber je mehr interesse sie zeigte, desto weniger fühlte sie sich gesehen, bis sie schließlich zu verschwinden drohte.
also machte sie sich auf den heimweg. allein, und frierend. weil die jacke nicht mehr auf ihrem platz lag, auch an keinem anderen platz zu finden war. sich aus dem staub gemacht hatte, als sei es nicht nötig, ihr eine erklärung abzuliefern. einen gruß oder eine hoffnung zu hinterlassen. sie weiterhin zu wärmen.
und frierend durch die straßen gehend fragte sie sich, was denn zu hoffen sei. was denn gehofft werden dürfe. wohlwissend, dass sich die stimmung im vor ihr liegenden jahr noch viele male ändern würde.

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